Bella greece…oder wie auch immer das hier heißen mag. Haben es leider vergessen.

Wir sind wieder zurück im Schurkenstaat und genießen schon am ersten Morgen die mannigfaltigen Leckereien der örtlichen Bäcker. Schmatz schmatz… Wir sind sehr gespannt was uns hinter Loutraki erwartet. Wir hatten bereits bei unserem ersten Besuch in Griechenland den Tipp bekommen die heißen Quellen dort anzufahren. In Bukarest stöberten wir bereits schon mal im Internet was uns dort  erwarten wird. Die Bilder bei Google Earth sind beeindruckend, aber eben nicht so richtig wahr. Denn nicht alles was hier als „Heiße Quelle“ bebildert ist ist auch wirklich warm… einen Besuch ist es dennoch wert.  Wer nicht baden will kann entlang dem kristallklaren Fluss kleine Wanderungen unternehmen. Verstärkt wird das Kristallklare Türkis dieses Gebirgsbaches durch ein Flussbett aus weissen Steinen.  

 

Der nächste Anlaufpunkt heißt nun Meteora. Bekannt durch Klöster die sich auf den Felsen in mehren Hundert Metern Höhe angesiedelt haben. Unglaublich wie es möglich ist an solchen Stellen ein Gebäude zu errichten. Beeindruckend sind sie aus beiden Perspektiven. Aber besonders ist die Aussicht von den Klöstern aus. An verschiedenen Tagen für Touristen geöffnet bieten sie einen schönen Einblick in die griechisch-orthodoxe Kirche und einen wunderschönen Ausblick auf das Umland. In den Morgenstunden ist das Tal noch in Wolken gehüllt und nur die Spitzen der Hügel mit ihren Klöstern schweben abstrakt auf ihnen.  

Da wir bereits seit der Mongolei immer wieder an Mirellas Kochkünste (das ist die Köchin in einem der Häuser in der Estia, wo wir bereits Ostern gemeinsam verbrachten) denken müssen und uns dabei immer wieder das Wasser im Munde zusammenläuft sind wir geradewegs dorthin unterwegs. Einen kleinen Abstecher machen wir jedoch zuvor noch. Die heißen Schwefelquellen bei Lamia warten bereits auf uns. In der ersten Nacht wird erstmal nix auch dem Gedanken früh Schlafen zu gehen, denn wir werden durch das gejaule von jungen Hunden wachgehalten, denn auf dem wilden Campingplatz leben nun nicht nur Hunderttausende an Mücken sondern auch seit einigen Wochen der Hundenachwuchs. Die sechs kleinen halten alle auf trapp und genießen Tagsüber die Sonne und die Zuwendung. Der Weg ist nicht mehr weit und wir machen  noch einen kleinen Einkauf in dem Hafenstädtchen Itea. Die Straßenränder sind auch hier mit Zitronen- und Orangenbäumen bewachsen und so brauchen wir mit unserem hohen Gefährt nur kurz neben einem solchen zu halten und schon können wir Diese Früchte pflücken. Lecker … Für eine ganz andere Frucht wird beginnt nun auch die Erntezeit. Oliven werden von November bis in den Januar geerntet. Essbar sind diese so ansprechend aussehenden Früchtchen jedoch erst nach längerer Bearbeitung. Wagt man es dennoch mal eine direkt vom Baum zu essen so wird man den Geschmack wohl nie vergessen. Bitter, nein, sehr sehr bitter schmecken sie wenn sich nicht über Wochen hinweg in Wasser eingelegt und anschließend je nach Rezept in Salzwasser, Essig Öl, Öl und Zitrone……..eingelegt wurden.

Wir finden wieder Unterschlupf in der Lebensgemeinschaft und freuen uns über ein eigenes Bad, nur für uns. An dieser Stelle möchte ich anmerken dass sich doch alle diesem besonderen Luxus einer warmen Dusche bewusst werden sollten. Jederzeit und so lange man will unter einem warmen oder gar heißen Wasserstrahl stehen zu können ist für uns zumindest mittlerweile etwas ganz besonderes. Es gibt auch wieder alle Hände voll zu tun. Ein Weihnachtsbazar steht vor der Tür und der Brennofen sowie die Tonaufbereitungsmaschine funktionieren nicht. Am Brennofen muss ein neues Steuerelement angebracht werden. Schnell sind die Maschinen wieder repartiert und auch der Rest der Liste der zu reparierenden Dinge ist bald abgearbeitet. Annette hat für den Bazar auch alle Hände voll zu tun und ist die meiste Zeit zusammen mit Tomas und Klara in der Werkstatt zu finden.

 

Wir können es kaum glauben das jetzt schon Weihnachten sein soll. Es ist warm die Sonne scheint und für uns kommt gerade keine Weihnachtliche Stimmung auf. Einige Tage vor Weihnachten kommt dann der Rest von der Familie aus Deutschland zu Besuch.

Ähnlich wie an Ostern werden die bevorstehenden Tage gemeinsam mit der Familie gefeiert, sodass die Städte sich zusehends leeren und die Dörfer und Dörfchen sich mit den dort geborenen füllen. Weihnachten wird hier nicht so groß gefeiert wie in Deutschland. Weihnachten ist ein reines Kirchenfest. Am 25 Dezember wird die Geburt Christi und der Namenstag Christos und alle Namensverwandten gefeiert.  Grundsätzlich ist hierzu zu sagen dass in Griechenland der Namenstag gefeiert wird wie bei und in Deutschland der Geburtstag. Der eigentliche Geburtstag spielt hingegen eine eher untergeordnete Rolle. Am 26. Dezember wird die Versammlung zu ehren Maria gefeiert.   Durch den Einfluss der westlichen Länder findet man immer öfter Weihnachtsbäume und die Weihnachtsmusik, tanzende Weihnachtsmann-Puppen und die überall gefürchtete blinkende und blitzende Weihnachtsbeleuchtung. Traditionell stellt man hier in dieser Zeit anstelle eines Baumes ein kleines Holzschiff auf. Gelenkt von Christus ist es das Schiff das die Christen aus dem Meer der Sünde und aus dem Chaos befreit. Die Geschenke werden hier nicht vom Weihnachtsmann, Christkind oder Nikolaus sondern vom Agios Basilios zu Neujahr gebracht. Traditionell wird zur Feier des Tages die Vasilopitta ( eine Art Kuchen mit einer eingebackenen Münze) angeschnitten. Demjenigen der die Münze in seinem Stück findet wird in dem Jahr besonderes Glück versprochen. Silvester feiern wir mit T-Shirt Wetter und ganz entspannt ohne Feuerwerk eine Stunde vor den Deutschen, sodass wir dank Skype mit den Bekannten in Deutschland auch nochmal auf das neue Jahr anstoßen dürfen. Mit Champagner, Sekt und gutem griechischen Wein begrüßen wir das neue Jahr und lassen es bei geöffneter Türe in die Wohnung einziehen.

 

 

Mittlerweile  hält der griechische Winter nun Mitte Januar auch Einzug. Es regnet nun immer öfter und die Temperaturen fallen auf erschreckend kühle 2°C. Schnee liegt jedoch nur auf den Bergspitzen. Wir erleben auch einige kleine Erdbeben (5,5 auf der Richterskala- ist das viel?).

Immer wieder stellt sich für uns die Frage wie es denn nun weitergehen soll, die ersten Bewerbungen haben wir bereits abgeschickt. Es fällt uns schwer diesen Ort zu verlassen. Einen Termin zur Abreise haben wir uns jedoch jetzt erst einmal gesetzt. Mit einer Fähre solle es nun weiter nach Venedig gehen. Es gibt noch eine Menge für uns in Deutschland zu regeln und man erwartet uns dort auch schon seit längerem. Es hat viel Nachwuchs gegeben seit wir gestartet sind, den wir kennen lernen wollen. Des weiteren steht eine kleine Deutschland-Rundreisen an. Reisebekanntschaften, Freunde und Verwandte wollen besucht werden und an der ein oder anderen Stelle werden wir dann wohl auch einige Bilder von der Reise zeigen.

Die Fähre ist schnell gebucht und ehe es wir uns versehen sitzen wir auf dem Schiff. Ca.33 Stunden soll die Überfahrt dauern und Annette bemerkt nur trocken „ ich würde gern mal den Kapitän sehen, was das für einer ist. Er soll uns ja schließlich heile nach Italien bringen und da würd ich ihn mir gern mal anschauen“. Wenige Stunden später die Sonne ist bereits aufgegangen, können wir vom Schiff aus die Albanischen Berge sehen und wir bekommen bei einem Blick auf die Wassermassen einen Eindruck warum Ultramarinblau Ultramarinblau heißt. Jetzt im Winter ist auf der Fähre nur wenig los und es ist recht ruhig. Die meisten Passagiere sind LKW-Fahrer und erst beim Aussteigen sehen wir das es wirklich nur sehr wenige Leute waren. Die Preise in der Winterzeit sind übrigens fast unschlagbar. So kommen wir mit 250€ mit allem drum und dran nach Italien.

 

Dezember 2009 - Januar 2010