Iran

Zu früher Morgenstunde (in Deutschland ist es gerade erst halb drei in der Nacht) stehen wir zum Sonnenaufgang auf und stellen uns an der Grenze an. Da wir leider nur Transitvisa für den Iran bekommen haben, müssen wir versuchen diese kurze Zeit zu nutzen. Nach einigen Stunden ist es dann geschafft und wir sind im Iran. Wir hatten ja bereits so manches erzählt bekommen und haben wieder andere Erfahrungen gemacht. Es scheint hier viel an den Personen zu hängen die einen „bearbeiten“.

Für alle die Infos für den Iran brauchen. Stand 21.05.2009

Es gibt die Info das man eine Tankkarte für den Iran benötigt. Wir haben gar nicht nachgefragt und wurden zum zuständigen Sachbearbeiter geschickt. Die Karte kostet für Europäer ca. 750€, also absolut uninteressant. Mithilfe dieser Karte bekommt man den subventionierten Diesel (0.05€/L), hat man keine Karte zahlt man wohl so um die 0.20€/L. Wir haben einfach die LKW-Fahrer angesprochen und gefragt ob wir über ihre Karte tanken können.

Zur Kfz - Versicherung im Iran

Wir hatten gehört dass der grüne Versicherungsschein nicht immer akzeptiert wird (auch wenn er speziell für den Iran ausgestellt wurde). So haben wir bisher von Versicherungen gehört die an der Grenze erworben werden müssen und zwischen 50 und 100€ kosten sollen. Warum wissen wir nicht aber wir brauchten keine? Drei Tage vor uns ist Joy mit seinem Bus rübergefahren und musste eine Kaufen…

Es ist das erste mal für uns das wir zunächst erstmal keine große Veränderung mitbekommen. Die Landschaft ist ebenso beeindruckend wie in der Türkei. Im Laufe unserer  ersten sechshundert Kilometer ist es nach der türkischen Schlaglochpiste eine willkommene Abwechslung eine super ausgebaute Straße befahren zu können. Endlich ist es wieder möglich während der Fahrt den Blick über das Land schweifen zu lassen und verträumt die Weite zu genießen. Auf dem Weg nach Teheran fahren wir durch eine unwirklich erscheinende  Hügel und Berglandschaft. Es sieht aus als hätte Gott nach dem siebten Tag allen Sand der übrig war hier in kleineren und größeren Hügeln aufschütten lassen. Das Farbenspiel dieser Berge ist beeindruckend und die weichen Züge dieser Landschaft wird in der Stunde vor Sonnenuntergang so stark verstärkt dass man sich in ein Märchen versetzt fühlt. Wir hoffen dass man sich anhand der Bilder einen kleinen Eindruck verschaffen kann.

 

Überhitzt und entsetzlich müde sind wir, als wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit anhalten. Gleich morgen früh wollen wir zur Bank Geldwechseln. Ein Wecker wird diesmal auch gestellt. Die Zeitumstellung macht sich dann doch bemerkbar. Mitteleuropäische Sommerzeit plus 2 ½ h. Doch, oh Schreck die Banken haben schon zu und machen auch Donnerstags gar nicht erst auf. Der Freitag ist hier wie der deutsche Sonntag. 8€ haben wir zum Glück noch bei Karl in 100 000 Rial gewechselt. Mal schauen wie weit wir damit kommen. Weit kommen ist kein Thema, den Sprit gibt´s ja fast für umme. Aber mit den Lebensmitteln usw. haben wir noch gar keine Erfahrung. So kommt´s, das wir aus lauter Verzweiflung bei der nächsten Mautstelle, die netten Herren überreden uns doch ein paar Dollar zu wechseln. Gesagt getan und wir düsen weiter.

Die Zeit drängt und wir würden das Moloch Teheran am liebsten umfahren, doch dieser Wunsch wird uns nicht gewährt und wir, d.h. Basti am Steuer, Annette an der Kamera, gelangen mitten ins Getümmel. Dank dem Navi Annette (man bemerke wir hatten nicht mal einen Stadtplan und die Info wie wir fahren sollen erreichte uns erst zwei Tage später)war es nach zwei Stunden geschafft.

Nach kurzer Nacht und noch weniger Geld geht’s weiter Richtung Osten. An der alten Seidenstraße entlang können wir sogar eine Kamelherde entdecken. Ne offene Bank wäre uns lieber, aber es ist ja noch Freitag. Der Tag endet müde und erschöpft am lärmenden Straßenrand in der Stadt Mashad.

 

Am nächsten Morgen bekommen wir alles was wir bisher gesucht hatten. Nachdem wir mehrere Banken erfolglos verlassen werden wir von Alma (nein keine Schwedin sondern eine echte Iranerin) und ihrem Mann Ramin aus dem fahrenden Auto heraus angesprochen. Alma steigt kurzerhand bei uns ein und leitet uns durch den gewöhnungsbedürftigen Stadtverkehr zur Zentralbank. Im Anschluss werden wir noch zum Essen bei Ihnen eingeladen und kommen so in den Genuss der iranischen Küche. Es gibt allerhand Fragen zum Leben im Iran und in Deutschland, zur Politik, Mentalität usw. zu beantworten. Nach viel zu kurzer Zeit müssen wir Abschied nehmen. Was wir bei den beiden auch noch erfahren ist dass hier nicht nur die Uhrzeit anders als in Deutschland ist (Mitteleuropäische Zeit +2 ½ Stunden) sonder das man hier gerade das Jahr 1388 schreibt.

Ein kurzes Wort zum Fahren in iranischen Städten und Straßen.

Also zunächst sieht es immer absolut chaotisch aus was hier auf den Straßen so stattfindet, aber wenn wir auf einen Ameisenhaufen schauen erkennen wir das System ja auch nicht direkt.

Es wird gehupt, die Dreisprunge Strecke als Fünfspurige  genutzt und was am wichtigsten ist in den Kreiseln haben die Einfahrenden immer Vorfahrt. Wir brauchen einige Zeit um uns daran zu gewöhnen das sich zwischen den ganzen Automassen die in beachtlicher Geschwindigkeit unterwegs sind auch noch zahlreiche Fußgänger befinden. Da heißt es eben Bauch und Hintern einziehen und aufpassen dass einem nicht über die Füße gefahren wird. Und wer nicht gut genug aufpasst der findet sich recht schnell in der Windschutzscheibe eines Wagens (wie in Mashad erlebt). Es kommt einem hier auch schon mal ein Fahrzeug rückwärts entgegen wenn er die Ausfahrt verpasst hat. Links abbiegen gestaltet sich hier um einiges einfacher als bei uns. Man fährt einfach in den Gegenverkehr hinein (die meisten Autos haben ja schließlich Bremsen) und blockiert erstmal die linke Spur, wenn dann jemand aus dem Gegenverkehr von der Linken auf die Mittlere Wechselt, weil auf dieser ja alles steht, hat man die Gelegenheit weiterzufahren. Wenden im mehrspurigen Stadtverkehr funktioniert übrigens auch so (haben es mehrfach probiert und sind immer heile davon gekommen).

 

Auf unserem Weg durch den Iran sehen wir zahlreiche Unfälle von LKW´s. Oft sind die Fahrer eingeschlafen oder mit den Reifen in den unbefestigten Straßenrand gekommen. Alleine auf der Strecke von Teheran nach Mashad sahen wir vier verunfallte LKW´s , wobei die Fahrer meist mit dem Schrecken davon kamen. Bei einem 1113er Mercedes lag die Vorderachse ca. 15 Meter hinter dem dazugehörigen LKW. 

 

Auf dem Weg zur iranisch-turkmenischen Grenze wurden wir morgens noch zum Frühstück auf dem Feld von einer Familie eingeladen. Wir sind von der hiesigen Gastfreundschaft und der Selbstverständlichkeit mit der sie ausgelebt wird immer wieder aufs Neue beeindruckt.

 

Da wir bei der Beantragung der Visa nicht  genug auf die Ein- bzw. Ausreisedaten geachtet haben mussten wir versuchen zwischen den Grenzen zu übernachten. Leider hat das nicht so geklappt und somit war unser Iranisches Visum am nächsten Morgen abgelaufen. Bei der Ausreise gab es dann so manches Problem. Wir sollten hier nun unsere Tankkarte abgeben, die wir nie hatten… . Man versucht uns zu erklären das alle Dieselfahrzeuge eine solche Karte benötigen und wir nun ca. 470 $ zahlen müssen. Nach langem hin und her und dem versammeln aller wichtigen Personen dieser Grenze wird entschieden dass wir ohne den Betrag zu zahlen durchkommen. Aber damit waren wir noch nicht am Ende. Als wir dann dass Auto für die Überfahrt fertig hatten mussten die Pässe nun noch abgestempelt werden. Oh Schreck oh Graus - Annette hat keinen Einreisestempel! Im Trubel der Einreise haben die netten Beamten wohl vergessen den Stempel in den Reisepass zu machen. Registriert waren wir, aber eben dieser blöde Stempel fehlte. Dadurch fiel ihnen auch erst auf das unser Visum bereits abgelaufen war. Um es kurz zu machen nach noch längerem hin und her und dem Zweiten zusammentreffen aller wichtigen Personen durften wir unsere Reise dann doch gemeinsam nach Turkmenistan fortsetzen.

 

Mai 2009