Kroatien

Dobro dosli und Dobar dan

 

Wir sind in Kroatien schon kurz nach der Grenze wird deutlich das hier nur wenig von dem noch eben in Slowenien erlebten hier zu finden sein wird. Der Krieg hat seine Spuren noch deutlich hinterlassen. Schon in der ersten Stadt (Karlovac) sind diese Spuren noch an fast allen Hauswänden außerhalb der Innenstadt zu sehen. Und auf dem weiteren Weg in Richtung Süden wurden einige Häuser zusammen mit den Panzern, Geländewagen und einem Flugzeugfrack als Mahnung stehen gelassen.  Auch in diesem Land waren meine Erwartungen andere. Bisher hatte ich lediglich Bilder und Reiseberichte der Küste gesehen. Das Hinterland ist meist kärglich und lebt noch von der einfachen Landwirtschaft. Hier wird noch  Ackerbau auf kleinen Flächen für den Eigenbedarf betrieben. Die Schnellstraße sichert hier einigen das Einkommen, da Tankstellen meist über keine Restaurants verfügen und somit in den wenigen Orten die es gibt fast immer ein Stopp Inn für die Fernfahrer zu finden ist. So beeindruckend und spannend es ist durch diesen Teil des Landes zu fahren so sehr beschleichen uns mulmige Gefühle. Sie rühren von nichts Bestimmtem, aber sie sind da. Je näher wir dem Nationalpark  Plitvicer Seen ( Plitvička jezera) um so deutlicher wird was der Tourismus für die Menschen hier bedeutet.

Der Nationalpark hinterlässt mit seinem klaren Wasser und die bis zu 78 Meter höhen Wasserfällen einen tiefen Eindruck bei uns. Der Park ist leider infolge von schweren Unwettern im vergangenen Winter nur  zum Teil geöffnet. Zur Zeit ist Schneeschmelze und somit kommen wir in den Genuss die Wasserfälle noch imposanter zu erleben als ohnehin schon. Da die Reisesaison noch nicht eröffnet ist haben wir den Parkplatz für uns alleine und können uns nachts beim „Wasserlassen“ vor den Bären, Luchse  und Wölfen, die es hier noch gibt,  ganz alleine fürchten…

Weiter geht es durch die Berge in Richtung Küste. Auch hier werden wir von der Landschaft die sich uns bietet überrascht.  Hier wo es sowieso kaum mehr als Felsen, Steine und einiges Buschwerk  gibt hat einerseits die Schneeschmelze riesige Flächen unter Wasser gesetzt und was nicht unter Wasser steht, wird  auf ebensogroßen Abschnitten verbrannt, um es zu bewirtschaften.

Die Berge die wir durchfahren und überqueren sind einfach beeindruckend schön. Nach einigen Stunden über Serpentinen und Bergstraßen ist dann das Meer zu sehen und Annette freut sich riesig über das nun kommende.  Zadar ist unsere erste Station an der kroatischen Küste. Hier finden wir das so oft beschriebene Kroatien. Weiße Kalksteingebäude und blaues Wasser. Kommt man an die Strandpromenade der Altstadt, sucht man zunächst vergebens den Spieler eines nach einem sehr lauten Xylophon klingenden Instruments.  In dieser Stadt klingt sogar das Meer anders als sonst irgendwo auf der Erde. Hier spielt es Orgel, eine ca. 30 Meter lange Installation aus dem Jahre 2005. Durch den Druck der Wellen werden Luftmassen durch eine Art Orgelpfeifen gepresst und lassen die Promenade in einen ganz eigenen Klang versinken. Ein Ort der zum Verweilen und zuhören einlädt.

Weiter die Küste entlang lernen wir dann auch endlich mal die netten Jungs der örtlichen Polizei kennen. Die haben nämlich nicht besseres zu tun als Sonntag  mittags, wenn kein Mensch auf den Landstraßen zwischen den Städten unterwegs ist (außer uns natürlich) ,sich hinter Büschen zu verstecken und zu warten ob nicht doch jemand eine Ordnungswidrigkeit  begeht und eine „durchgezogene Linie“ bei einem Wendemanöver überquert. Für den stolzen Augenzeugen gibt´s dann stolze 75€ für die Gemeindekasse mit Quittung natürlich……

Der Trost, wir mussten bisher noch auf keinem Platz zum Übernachten was zahlen. Selbst auf den Campingplätzen die wir als Duschmöglichkeit und Wasserquelle immer wieder mal ansteuern nicht.

 

Immer noch gut eingepackt sind wir, den seit Tagen weht die Bora, ein kalter Wind vom Land böig ans Meer, der uns und unser „Schiff“ vor allem nachts durchschüttelt. Dennoch scheint die Sonne fast den ganzen Tag, es ist strahlend blauer Himmel und hätten wir Sommer, würd Basti  freiwillig ins Wasser springen. Noch genügt aber sein kleiner Finger und Annettes Beine zum Testen. Wir geben uns lieber den kulinarischen Genüssen hin. Beim Suchen von frischem, wildem, grünen (sehr lang und  dünn) Spargel kann schon Mal ein halber Tag vergehen. Da wir nicht die geborenen Spargelfinder sind, tut´s auch ein schnell gepflücktes Sträußchen frischer Salbei.  Oh, und nicht zu verachten ist der gute Kaffee“ Kava“, der hier getrunken wird und zum verweilen an der Promenade anregt.

Leider gibt´s gerade Probleme mit unserer Lichtmaschine. Das gute Stück macht ein bisschen zu viel Spannung. Aber wir hoffen das in den nächsten Tagen irgendwie in den Griff zu bekommen. Wer tatkräftige Ideen oder Vorschläge zum Reparatur hat möge sich melden.

Dafür gibt es aber auch etwas sehr schönes zu berichten. Ich habe heute Abend den leckersten Fisch in meinem  Leben gegessen.“-Dorade-“ Ganz unscheinbar stand auf der Speisekarte „Fisch gebr.“ . Als der dann an den Tisch gebracht wurde traute ich meinen Augen kaum. Da lag ein mit Knoblauchstücken belegter und knusprig braun gebratener Fisch vor mir, dazu Mangold und Kartoffeln. Lecker !!! sag ich euch. Wer mal von euch die Gelegenheit haben sollte in der Ortschaft Cavtat vorbei zu kommen sollte sich diesen Leckerbissen nicht entgehen lassen. Direkt am Ortseingang neben dem Hafen und der Bushaltestelle findet ihr das Lokal Konoba Kolona und darin den besten Fisch der Welt!

April 2009