Montenegro

Wir wurden auf der Internetseite das Auswärtigen Amts bereits darauf hingewiesen dass die Montenegriner einen etwas eigensinnigen und unvorsichtigen Fahrstil an den Tag legen. Ich würde ja mal sagen dass diese Aussage leicht untertrieben ist. Ehrlich gesagt es ist der Hammer was die sich hier zurecht fahren. Da ist man mit seinen gut sechs Tonnen und einer bis zu 10% ansteigenden Serpentine beschäftigt und dann muss man auch noch aufpassen nicht  in einen Unfall beim riskanten Überholmanöver verwickelt zu werden. Dazu ist noch zu sagen dass es auf der einen Seite noch einige Meter nach oben geht dafür auf der anderen mehrere hundert Meter nach unten…Da geht´s richtig knapp zu. Wenn man da die Hand dazwischen gehalten hätte, würde diese jetzt sicher ganz schön weh tun.

Aber egal, denn dafür ist die Aussicht von hier oben einfach der supertollespitzenklasse! Nach dem dalmatinischen Küstengebirge Lovcen, breitet sich die eindrucksvolle Bucht von Kotor vor uns aus. Weiter geht’s über das dinarische Gebirge bis nach Podgorica. Das Land bietet von seinem Erscheinungsbild gerade alles. Von der vom Krieg zerstörten Wohnsiedlung über einfach verlassene Bergdörfer bis hin zu Neubauten  und Hotels zwischen Baracken und halb zerfallenen Häusern. Müll ist fast an jedem Abhang zu finden und abgewrackt wird hier am Berghang. Die Menschen sind überaus freundlich und nett (abgesehen von ihrem Fahrstil) und es sind doch immer wieder deutschsprechende zu entdecken. Noch mehr als in Kroatien sind wir auf die Hilfe Einheimischer  angewiesen, denn eine Straßenkarte ist hier nicht zu bekommen und die Beschilderung der Straßen ist spartanisch.

 

 

In der Hauptstadt Podgorica kommen wir nicht nur in den Genuss eines bewachten Stellplatzes (die Mercedes Benz Niederlassung) sondern auch noch eines Fußballspiels. Am Abend des 28.03.2009 spielte hier Montenegro gegen Italien. Und da wir zwei ja, wie ihr sicher wisst, total begeisterte Fußball Gucker sind, können wie uns diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen. Also rein in die Kneipe und das Spiel anschauen, welches nebenbei bemerkt ca. fünfhundert Meter neben uns im Stadion stattfindet. Wie erwartet hat Montenegro jedoch verloren…

Wie so oft sind wir überglücklich über unsere Fahrräder. So können wir tagsüber mühelos die Stadt erkunden.  Fahrradfahrer sieht man hier, wie auch in Kroatien eher selten. Was bei den schlechten Straßen und dem rasanten Fahrstil auch kein Wunder ist. So genehmigen wir uns für den Abend ein Taxi, mit dem kommt man schnell, billig und vor allem  lebend ans Ziel.

Und es geht weiter in Richtung Albanien. Auf der Europastraße… hoffen wir zumindest. Die Straße wird zusehends schmaler und schlechter. Bei uns würde man diese Strecke als befestigten Feldweg bezeichnen. Aber es kommen uns nach einiger Zeit auch Fahrzeuge mit albanischem Kennzeichen entgegen. Nach einigen holprigen Kilometern stehen wir an der Grenze.

 

April 2009