Die Ukraine- schwarzes Meer und Regen

Mit der Auto-Fähre überfahren wir die Verbindung zwischen dem Schwarzen und dem Asowschen Meer und treffen in tiefer Nacht auf der Krim ein. Endlich wieder ein Land in dem wir kein Visa benötigen. Weit fahren wir jedoch nicht nach diesem anstrengenden Tag sind es nur noch 100 Meter nach der Grenze und Schwups liegen wir im Bett. Die nächsten Tage fahren wir entlang der Schwarzmeerküste. Zu unserer Rechten liegt vom Wind mit eindrucksvollen Wellen bewegt das Meer zu unserer Linken erhebt sich das Krim-Gebirge auf über 1500 Meter. Wir durchfahren die Weinberge und Serpentinen dieser Halbinsel und treffen schon bald in Sevastopol, einer kleinen Hafenstadt ein. Hier versuchen wir eine Fähre in die gegenüberliegende Türkei zu bekommen. Leider stellen sich die im Netz zuvor eingeholten Informationen aus falsch heraus, denn es gibt hier kein Fuhrunternehmen welches ein Fahrzeug unserer Größe transportieren kann. Die Stadt bietet wieder einmal  eine schier endlose Zahl an Kriegsmuseen –Denkmälern und –Gedenkstätten. Die hier noch zu findende Architektur lässt sich jedoch sehen und so kann man entlang des Hafens das ein oder andere schöne Gebäude entdecken.

Die Menschen hier scheinen hingegen das Lächeln oder gar Lachen oftmals verlernt zu haben. Nur gelegentlich treffen wir auf jemanden der sich seines Lebens freut und dies auch noch der Öffentlichkeit preis gibt. Auch mit der Stellplatzsuche ist es hier wieder etwas schwieriger, denn die Zuwege zu den Weinbergen sind größtenteils geschlossen und auch die Küste ist, wenn nicht gerade eine Steilküste, von Hotels und Villen verbaut. Fährt man dann mal einen der immer mal wieder auftauchenden Feldwege entlang wir einem das volle Ausmaß einer fehlenden Müllpolitik wieder bewusst. Vom Hausmüll bis zum Bauschutt wird alles, auch an den schönsten Orten, abgeladen und hinterlassen. So zahlreich wie der zu findende Müll sind hier auch Hund und Katz. Freilebend oder sterbend sind diese hier meist in kleinen Rudeln unterwegs und erbetteln sich von Einkaufszentren und Schaschlikbuden ihren ersehnten Happen.  

Die nächste Stadt heißt Simferopol. Hier treffen wir auf Anne und verbringen mit ihr einige sehr schöne Stunden im Simferopoler Nachtleben. Das Stadtbild ist geprägt von interessanten alten Gebäuden, deren Zustand jedoch etwas zu wünschen übrig lässt. Noch wollen alle in modernen Häusern wohnen aber in den nächsten Jahren wird auch hier vermutlich mehr und mehr renoviert und saniert werden und die Preise werden in die Höhe schnellen. Geht man hier einkaufen fühlt man sich direkt nach Zentralasien versetzt. In den Einkaufszentren finden sich ebenfalls kleine Geschäftchen deren Besitzer fast alle die selbe Produktpallette anbieten. Der Bazar ist „der“ Einkaufsort. Weiter geht es in Richtung Westen, denn das Wetter lädt nicht gerade zum verweilen ein.

 

 

Odessa, einer der wohl bekanntesten Orte der Ukraine, statten wir nur einen recht kurzen Besuch ab, denn auch hier steht Regen und kaltes Wetter auf dem Tagesplan. Die Städte der Ukraine bieten einiges an alten und bemerkenswert schönen Bauwerken und sicher ist gerade die Schwarzmeerküste eine Reise wert aber eben eher im Sommer und nicht zu dieser Jahreszeit. Und so stehen wir recht schnell wieder einmal an einer Grenze mit der wir erstmal nicht gerechnet haben. In unserer Karte ist hier der Grenzübergang nach Rumänien, was jedoch nicht ganz stimmt. Zunächst müssen wir in Moldawien (Republik Moldau) einreisen.

 

November 2009